Umsatz-Multiple

Auch: Umsatzmultiplikator, Revenue Multiple

Das Umsatz-Multiple schätzt den Unternehmenswert als Vielfaches des Jahresumsatzes und wird vor allem bei sehr kleinen oder ertragsschwachen Unternehmen genutzt.

Wenn das Ergebnis stark schwankt, wenig aussagekräftig ist oder das Unternehmen noch in der Wachstumsphase steckt, ziehen manche Marktteilnehmer den Umsatz als Bezugsgröße heran. Verbreitet ist das etwa bei Kanzleien, Praxen, Agenturen oder Software- und Abo-Geschäften mit wiederkehrenden Umsätzen. Der Ansatz ist einfach, aber grob.

Die Schwäche des Ansatzes: Zwei Unternehmen mit gleichem Umsatz können völlig unterschiedlich profitabel sein. Ein Umsatz-Multiple sollte deshalb immer zusammen mit Marge, Kostenstruktur und Kundenstruktur betrachtet werden. Die üblichen Faktoren hängen stark von Branche, Größe und Ertragsqualität ab. Für Käufer gilt: Ein Kaufpreis, der allein über den Umsatz begründet wird, sollte immer mit einer Rechnung auf Basis des bereinigten Ergebnisses und des Kapitaldienstes gegengeprüft werden.

Mehr dazu im Ratgeber

Verwandte Begriffe

  • EBIT-Multiple

    Das EBIT-Multiple ist der Faktor, mit dem das nachhaltige EBIT multipliziert wird, um den Unternehmenswert abzuschätzen.

  • Multiplikatorverfahren

    Beim Multiplikatorverfahren wird der Unternehmenswert geschätzt, indem eine Kennzahl wie EBIT oder Umsatz mit einem marktüblichen Faktor multipliziert wird.

  • Normalisiertes Ergebnis

    Das normalisierte Ergebnis ist das um Einmaleffekte, private Kosten und einen marktüblichen Unternehmerlohn bereinigte Ergebnis, das ein Käufer dauerhaft erwarten kann.

  • Onlineshop-Übernahme

    Bei der Onlineshop-Übernahme kauft ein Käufer einen bestehenden Webshop mit Domain, Shopsystem, Kundendaten, Lieferantenbeziehungen und Traffic-Quellen.

Allgemeine Erläuterung, keine Rechts- oder Steuerberatung. Alle Begriffe im Glossar →