Verfahren eröffnet · Investor gesucht
Natursteinwerk mit Steinbruch: Übernahme aus der Insolvenz
Drei Gesellschaften erwerben Vermögenswerte und Betriebserlaubnis der früheren Betriebsgesellschaft eines Fruchtschiefer-Steinbruchs. Der Verwalter führte den Betrieb drei Jahre fort und suchte danach weiter nach einer Lösung.
Theuma, SachsenVollständigkeit 40%

Symbolbild
Beschreibung
Verkauft ist ein Steinbruchbetrieb für Fruchtschiefer in Theuma in Sachsen, nahe Plauen. Der Insolvenzverwalter hat die Vermögenswerte und die Betriebserlaubnis der früheren Betriebsgesellschaft an drei Gesellschaften verkauft. Diese gehören zu einer Investorengruppe, die den Abbau wieder aufnehmen will. Für Kaufinteressenten ist das Objekt damit nicht mehr verfügbar.
Unternehmen und Leistungen
Das Natursteinwerk baut Theumaer Fruchtschiefer ab. Dieses Gestein kommt laut Meldung weltweit nur hier vor und ist witterungsbeständig genug, um als Baustoff genutzt zu werden. In der Region wird es seit mehr als 125 Jahren gewerblich abgebaut. Der Betrieb deckte die ganze Wertschöpfungskette ab: Gewinnung, Veredelung und Einbau auf der Baustelle. Typische Produkte waren Bodenbeläge (vor allem im Außenbereich), Stufen und Treppen, Stelen sowie Fassaden- und Wandverkleidungen. Zu den Referenzen gehören die Landeszentralbank in Chemnitz, ein Abgeordnetenhaus des Deutschen Bundestags in Berlin und das Residenzschloss in Dresden.
Verlauf des Verfahrens
Der Insolvenzantrag wurde im Frühjahr 2023 gestellt. Von Anfang an galt der Einstieg eines Investors als Voraussetzung, um den Betrieb fortzuführen. Ein Grund dafür ist die Saisonalität: Im Winter ruht der Abbau witterungsbedingt, es wird weniger gebaut, und der Betrieb schreibt Verluste. Der Verwalter führte den Geschäftsbetrieb vom Frühjahr 2023 bis Ende Januar 2026 weiter und verhandelte in dieser Zeit mit mehreren Interessenten. Die meisten wollten das Bergbaugelände als Deponie nutzen. Den baugewerblichen Teil sahen sie kritisch. Hinzu kam, dass die Grundstücke nicht der Betriebsgesellschaft gehören. Deren wichtigste Vermögenswerte waren die Genehmigungen.
2025 gingen wegen der Krise in der Baubranche weniger Aufträge ein. Dadurch konnte das laufende Geschäft die Verluste der Wintermonate nicht mehr ausgleichen. Ende Januar 2026 wurde der Betrieb deshalb eingestellt und den Beschäftigten gekündigt. Der Verwalter suchte trotzdem weiter nach einer Lösung, um den Betrieb fortzuführen, und stimmte sich dabei mit dem Oberbergamt ab. Ende April 2026 meldete sich der spätere Erwerber erneut. Mit ihm wurde die Übernahme schließlich vereinbart.
Ausblick
Ehemalige Mitarbeiter können Stellenangebote vom neuen Betreiber bekommen. Zusätzliche Arbeitsplätze sind möglich. Kunden können den Theumaer Fruchtschiefer wieder in ihre Projekte einplanen.
Ansprechpartner im Verfahren ist der Insolvenzverwalter am Chemnitzer Standort seiner Kanzlei.
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