Vorläufiges Verfahren · Investor gesucht

Metallverarbeiter und Automotive-Zulieferer in der Rhön mit 145 Beschäftigten in Insolvenz

Gersfelder Metallwaren GmbH (Hessen, gegr. 1970): Präzisionsteile und Baugruppen für Automotive, Landtechnik, Maschinenbau und Robotik, rund 26,7 Mio. € Umsatz. Vorläufiges Insolvenzverfahren, Betrieb läuft weiter.

Deutschland · Gersfeld (Rhön), HessenVollständigkeit 70%
Symbolbild
Jahresumsatz
26,73 Mio. €
Budget
auf Anfrage
EBIT
k. A.
Mitarbeiter
145
Umsatz je Mitarbeiter
184.345 €
Gegründet
1970
Verkaufsgrund
Insolvenz
Online seit
30.10.2026

Beschreibung

Die Gersfelder Metallwaren GmbH aus Gersfeld (Rhön) bei Fulda hat am 26. Oktober 2026 beim Amtsgericht Fulda die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Das Gericht hat einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Der Betrieb läuft ohne Unterbrechung weiter, die Sanierungsoptionen werden derzeit geprüft. Weil das Unternehmen alle gesetzlichen Größenkriterien erfüllt, wurde außerdem ein vorläufiger Gläubigerausschuss beantragt. Unternehmen und Fertigung Das Unternehmen wurde 1970 gegründet und ist in der präzisionskritischen Metallverarbeitung tätig. Am Standort Gersfeld entstehen nach Kundenzeichnung Serien- und Kleinserienteile: Drehteile, Rohr- und Drahtbiegeteile sowie Schweiß- und Montagebaugruppen. Zum Sortiment gehören Schalthebel für Pkw und Nutzfahrzeuge, Abgashalterungen, Abgasklappen zur Akustikoptimierung, Gasgestänge für Landmaschinen sowie Zahnräder und Antriebselemente für Robotik und Maschinenbau. Zerspanen, Umformen, Fügen, Schweißen, Montage und Werkzeugbau finden im eigenen Haus statt. Kunden und Märkte Die Hauptabnehmer sind Automobilhersteller und ihre Systemlieferanten sowie Unternehmen aus dem Landmaschinen- und Maschinenbau, darunter bekannte Anbieter aus Abgastechnik, Landtechnik und Robotik. Ein Teil der Produktion wird nach China exportiert. Kennzahlen - Beschäftigte (Stand September 2026): 145 Arbeitnehmer und vier Auszubildende - Umsatz: über 42 Mio. € (2017), 32,2 Mio. € (2024), vorläufig 26,73 Mio. € (2025) Beteiligung Über die hundertprozentige Tochter GMW International GmbH gehören dem Unternehmen mittelbar alle Anteile an der GMW Romania S.R.L. in Arad (Rumänien). Die Produktion dort ist eingestellt und wird bis Ende 2026 nach Gersfeld zurückverlagert. Hintergrund der Krise Ausschlaggebend waren die schwächere Nachfrage im Automotive-Sektor, besonders beim Hauptprodukt Abgasklappen, dazu geopolitische Unsicherheiten und eine allgemein geringere Investitionsbereitschaft. 2024 belastete zusätzlich eine außerordentliche Abschreibung von rund 5,2 Mio. € auf die rumänische Beteiligung das Ergebnis. 2026 ließ die Geschäftsführung ein Sanierungsgutachten erstellen, zog externe Restrukturierungsberater hinzu und verhandelte seit Mitte 2026 mit den finanzierenden Banken. Perspektive Der vorläufige Verwalter sieht wegen der hohen Fertigungskompetenz und der Produkte für Robotik und Automotive gute Chancen für eine tragfähige Sanierung. Die Belegschaft wurde in einer Betriebsversammlung informiert und unterstützt die Fortführung.

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