Eigenverwaltung · Investor gesucht

Versanddienstleister und Tochter: Sanierung per Insolvenzplan, Medienkonsortium übernimmt

Nach einstimmiger Gläubigerzustimmung zum Insolvenzplan erwirbt ein Konsortium um eine Mediengruppe alle Anteile an einem Versanddienstleister und dessen Tochter. Beide Unternehmen werden saniert fortgeführt.

Düsseldorf, Nordrhein-WestfalenVollständigkeit 40%
Symbolbild
Jahresumsatz
auf Anfrage
Budget
auf Anfrage
EBIT
k. A.
Mitarbeiter
k. A.
Umsatz je Mitarbeiter
k. A.
Gegründet
k. A.
Verkaufsgrund
Insolvenz
Online seit
21.10.2026

Beschreibung

Diese Meldung ist kein offenes Kaufangebot. Das Eigenverwaltungsverfahren der dvs - Deutscher Versand Service GmbH (Standort Ratingen) und ihrer hundertprozentigen Tochter xendis GmbH ist mit einer Investorenlösung abgeschlossen. Für weitere Interessenten gibt es keinen Investorenprozess mehr. Zum Unternehmen: Die dvs gilt als größter alternativer Anbieter für Briefdienste in Deutschland. Sie verschickt bundesweit Geschäftspost. Zu den Kunden zählen Großversender wie Banken, Versicherungen, Energieversorger, Handels- und Telekommunikationsunternehmen sowie Behörden. Die Tochter xendis gehört zu den größten Postdienstleistern in Deutschland. Sie stellt Postsendungen auf der letzten Meile in Nordrhein-Westfalen zu und nutzt dafür ein Sortierzentrum in Essen und rund 36 Depots. Beide Gesellschaften zusammen beschäftigen rund 520 Mitarbeiter. Ursachen der Krise: Wichtigster Wettbewerber ist die Deutsche Post AG. Weil sie von der Umsatzsteuer befreit ist, haben die Gesellschaften einen strukturellen Preisnachteil von 19 Prozent. Dazu kamen ein hart umkämpfter Markt für Brief- und Geschäftspost und deutlich höhere Personalkosten. Ablauf des Verfahrens: Im Februar 2026 beantragten beide Gesellschaften ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Das Gericht eröffnete die Verfahren am 1. Juni 2026. Zum Sachwalter bestellte das Amtsgericht Rechtsanwalt Dr. Markus Kier von der Kanzlei Piepenburg Rechtsanwälte GbR. Die Geschäftsführung wurde rechtlich von RSM Ebner Stolz beraten. Bei der kaufmännischen Fortführung des Betriebs half Baker Tilly, den Investorenprozess leitete Falkensteg Corporate Finance. Während des gesamten Verfahrens lief der Geschäftsbetrieb ohne Einschränkungen weiter. Ergebnis: Die beiden Insolvenzpläne waren aufeinander abgestimmt. Die Gläubiger stimmten ihnen am 23. September 2026 einstimmig zu. Die Gesellschaften werden entschuldet und saniert weitergeführt. Alle Anteile übernimmt die Deutschlandversand GmbH & Co. KG. Hinter ihr steht ein Konsortium aus mehreren größeren Zustellpartnern um die Madsack Mediengruppe aus Hannover. Damit bleiben gruppenweit rund 520 Arbeitsplätze erhalten. Nach Ablauf der gesetzlichen Fristen soll das Gericht die Verfahren in Kürze aufheben.

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