Verfahren eröffnet · Investor gesucht
Familienferiendorf in Hübingen: Insolvenzplan einstimmig angenommen
Die Gläubiger eines Vereins, der ein Familienferiendorf betreibt, stimmten dem Insolvenzplan am 23. Oktober 2026 einstimmig zu. Der Betrieb lief ein Jahr lang durchgehend weiter.
Hübingen, Rheinland-PfalzVollständigkeit 40%

Symbolbild
Beschreibung
Für das Familienferiendorf Hübingen im Westerwald (Rheinland-Pfalz) gibt es kein Verkaufsangebot. Das Insolvenzverfahren über den Trägerverein Familienferiendorf Hübingen e.V. endet mit einem Insolvenzplan. Der Rechtsträger bleibt bestehen und betreibt das Feriendorf weiter. Eine Investorensuche findet nicht statt.
Stand des Verfahrens: Der Verein hat im Herbst 2025 Insolvenz beantragt. Das Amtsgericht Montabaur ordnete am 30. Oktober 2025 die vorläufige Insolvenzverwaltung an und eröffnete das Verfahren am 1. Februar 2026. Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Philip Konen von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH. Beim Erörterungs- und Abstimmungstermin am 23. Oktober 2026 haben die Gläubiger dem Plan in allen Gruppen einstimmig zugestimmt. Das Gericht hat den Plan bereits bestätigt. Die Aufhebung des Verfahrens soll in den kommenden Wochen folgen. Die Gläubiger bekommen eine Quote im zweistelligen Prozentbereich. Das ist deutlich mehr, als sie bei einer Liquidation erhalten hätten.
Finanzierung: Die Sanierung ist durch ein Rettungskapital von 350.000 € abgesichert. Eine im Vorjahr gegründete Stiftung hat das Geld über Spendenaktionen gesammelt. Es dient zur Bedienung der Gläubiger und zur Finanzierung des Betriebs in den umsatzschwachen Wintermonaten.
Betrieb und Personal: Das Feriendorf war im gesamten Verfahren rund ein Jahr lang ohne Einschränkungen geöffnet. Personalmaßnahmen waren nicht nötig. Alle rund 30 Arbeitsplätze bleiben erhalten.
Zum Objekt: Der christlich geprägte Verein wurde in den 1960er Jahren gegründet und hat sich auf Familienurlaube und Gruppenaufenthalte spezialisiert. Zum Feriendorf gehören 40 Ferienhäuser. Jedes hat eine Wohnküche, zwei bis vier Schlafzimmer, ein Bad und eine möblierte Terrasse. Außerdem gibt es ein Tipi-Zelt, ein Zirkuszelt, einen Zirkuswagen, mehrere Gruppenräume und eine Kapelle für Gottesdienste, Konzerte, Chorproben, Seminare und Veranstaltungen. Geöffnet ist von Februar bis Dezember. Zielgruppen sind Familien, Kinder, Jugendliche, Gruppen und Vereine.
Ausblick: Im nahegelegenen Wildpark Westerwald wird eine Sommerrodelbahn gebaut, die im kommenden Jahr als zusätzliches Angebot dienen soll. Geplant sind außerdem größere Sanierungen, unter anderem an den Dächern und in den Ferienhäusern.
Ansprechpartner für Fragen zum Verfahren ist der Insolvenzverwalter.
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