Eigenverwaltung · Investor gesucht

Stuttgarter Mädchen- und Frauenverband beantragt Eigenverwaltung

Ein Verband mit rund 160 Mitarbeitern hat beim Amtsgericht Stuttgart Eigenverwaltung beantragt. Der Betrieb aller Einrichtungen läuft weiter, die Löhne und Gehälter sind bis mindestens Jahresende gesichert.

Stuttgart, Baden-WürttembergVollständigkeit 40%
Symbolbild
Jahresumsatz
auf Anfrage
Budget
auf Anfrage
EBIT
k. A.
Mitarbeiter
k. A.
Umsatz je Mitarbeiter
k. A.
Gegründet
k. A.
Verkaufsgrund
Insolvenz
Online seit
26.10.2026

Beschreibung

Der IN VIA Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit Diözese Rottenburg-Stuttgart e.V. hat beim Amtsgericht Stuttgart ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Die Meldung des Verfahrens stammt vom 23.10.2026. Der Verein will sich wirtschaftlich dauerhaft stabil aufstellen und so viele seiner sozialen Angebote wie möglich erhalten. Zur vorläufigen Sachwalterin wurde Nora Sickeler (Grub Brugger) bestellt. Sie beaufsichtigt den Vorstand während der Sanierung. Beraten wird der Verein von Sanierungsexperten der Kanzlei Schultze & Braun, die auch den Generalbevollmächtigten stellt. Tätigkeit und Angebote: Der Verband ist seit mehr als 100 Jahren in der Diözese Rottenburg-Stuttgart aktiv. Er arbeitet vor allem für Mädchen und junge Frauen und ist in den Bereichen Jugendsozialarbeit, Migration, Bildung, Integration und Teilhabe tätig. Zu den Angeboten gehören: - die Projekte Blossom und HER Career - das interkulturelle Mädchen- und Frauenzentrum ZIMA - ein Wohnheim für junge Frauen, darunter das Hildegardisheim in Stuttgart - Jugendmigrationsdienste - Bildungs- und Anerkennungsberatung - Jugendsozialarbeit an beruflichen Schulen - mehrere Bahnhofsmissionen - verschiedene Kindertageseinrichtungen Größe und Struktur: Der Verband beschäftigt rund 160 Mitarbeiter. Getragen wird er von rund 30 Mitgliedern, die ihn ideell, finanziell oder ehrenamtlich unterstützen. Die sozialen Angebote hängen von Zuschüssen ab. Ursachen der Krise: In den vergangenen Jahren sind die Kosten für Personal, Material und Energie stark gestiegen. Die Zuschüsse sind nicht im gleichen Maß gewachsen, und teilweise mussten Zuschüsse zurückgezahlt werden. Hinzu kommen ein hoher Sanierungsstau und Auflagen zum Brandschutz im Hildegardisheim Stuttgart, die Kosten verursachen. Die so entstandene Liquiditätslücke konnte der Verein nicht mehr selbst schließen. Stand des Verfahrens: Alle Einrichtungen arbeiten im vollen Umfang weiter. Die Löhne und Gehälter sind bis Jahresende über das Insolvenzgeld gesichert. Ab Januar soll der Verein sie wieder aus dem laufenden Betrieb zahlen können. Der Vorstand prüft in den kommenden Wochen ergebnisoffen, welche Angebote wirtschaftlich tragfähig sind. Konkrete Ergebnisse werden im neuen Jahr erwartet. Laut Meldung werden alle Handlungsoptionen der Eigenverwaltung geprüft. Ein Investorenprozess oder ein Verkauf einzelner Einrichtungen wird bisher nicht ausdrücklich genannt. Kontakt: Interessenten an einzelnen Angeboten oder Einrichtungen wenden sich an die vorläufige Sachwalterin oder an die beratende Kanzlei.

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