Automobilzulieferer BOHAI in Insolvenz: Investor für Werke in Harzgerode und Sömmerda gesucht
Insolventer Zulieferkonzern BOHAI mit fünf Gesellschaften und knapp 700 Beschäftigten führt den Betrieb fort. Der Hauptkunde verlängert die Aufträge um vier Monate, Gespräche mit Übernahmeinteressenten laufen wieder.
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Symbolbild
Beschreibung
Zum Verkauf steht der BOHAI-Konzern, ein Zulieferer der Automobilindustrie. Er besteht aus fünf Gesellschaften und hat Werke in Harzgerode (Sachsen-Anhalt) und Sömmerda. Das Insolvenzverfahren läuft beim Amtsgericht Halle/Saale. Der Insolvenzverwalter führt den Geschäftsbetrieb seit über einem Jahr fort. Beschäftigt sind knapp 700 Mitarbeiter. Hinzu kommen etwa 600 Beschäftigte in Unternehmen, die direkt für BOHAI arbeiten.
Ende April kündigte der Hauptauftraggeber aus der Automobilindustrie an, ab Ende August keine neuen Aufträge mehr zu vergeben. Damit drohte die Einstellung des Betriebs. Nach einem Gespräch in der Staatskanzlei in Magdeburg vergibt der Hauptauftraggeber nun für zunächst vier weitere Monate über den August hinaus Aufträge und unterstützt die Neuausrichtung des Unternehmens. Die Landesregierung Sachsen-Anhalt will die betroffenen Gesellschaften langfristig erhalten. Auch die übrigen Auftraggeber haben für die kommenden Monate positive Signale gegeben.
Für das Werk in Sömmerda fragt die Insolvenzverwaltung derzeit die geplanten Abrufe der Kunden ab und richtet den Produktionsplan danach aus.
Stand des Verkaufsprozesses: Weil der Betrieb über den August hinaus weiterläuft, werden die Gespräche mit bereits vorhandenen Übernahmeinteressenten wieder aufgenommen. Weitere Investoren, insbesondere für den Standort Harzgerode, sind ausdrücklich willkommen.
Hinweis für Interessenten: Nach Einschätzung der Verfahrensbeteiligten können die Gesellschaften in ihrer bisherigen Größe allein mit Aufträgen aus der Automobilindustrie nicht dauerhaft bestehen. Neben der finanziellen Sanierung und der operativen Restrukturierung ist eine strategische Neuausrichtung auf rentablere Märkte und neue Technologien nötig. Im Insolvenzverfahren kann dieser Umbau nur angestoßen werden. Umsetzen muss ihn ein Investor. Landesregierung und Hauptauftraggeber haben ihre Unterstützung dafür zugesagt.
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