Verfahren eröffnet · Investor gesucht

Power-to-Gas-Pionier: Patentportfolio nach Transaktionsprozess verwertet

Das weltweite Patentportfolio zur Erzeugung von grünem Methangas wurde einen Monat nach Verfahrenseröffnung verwertet. Ein japanischer Technologiekonzern übernimmt die Weiterentwicklung.

Planegg, BayernVollständigkeit 50%
Symbolbild
Jahresumsatz
auf Anfrage
Budget
auf Anfrage
EBIT
k. A.
Mitarbeiter
k. A.
Umsatz je Mitarbeiter
k. A.
Gegründet
2014
Verkaufsgrund
Insolvenz
Online seit
07.08.2026

Beschreibung

Im Insolvenzverfahren über die Electrochaea GmbH mit Sitz in Planegg bei München ist das weltweite Patentportfolio des Unternehmens verkauft. Käufer ist der japanische Industriekonzern Hitachi. Die Gläubigerversammlung hat dem Kaufvertrag zugestimmt. Ein Erwerb ist damit nicht mehr möglich. Zum Unternehmen: Electrochaea wurde 2014 gegründet und hat ein Power-to-Gas-Verfahren entwickelt. Dabei erzeugt ein eigens gezüchteter Stamm von Mikroorganismen (Archaeen) aus Wasserstoff und CO2 biokatalytisch Biomethan in Erdgasqualität (E-Methan). Den Strom dafür liefern Überschüsse aus Wind- und Solaranlagen. Das Gas lässt sich unabhängig von Zeit und Ort speichern und für Wärme oder als Kraftstoff nutzen. Seit der Gründung sind in Dänemark, Deutschland, der Schweiz und den USA mehrere Demonstrationsanlagen entstanden, meist zusammen mit Industriepartnern. Electrochaea hat selbst nichts produziert, sondern die Technologie und Produktionslizenzen vermarktet. Hintergrund der Insolvenz: Weil sich der Ausbau der Anlagen verzögerte, konnte das Unternehmen keine kostendeckende Produktion im industriellen Maßstab erreichen. Seit der Gründung schrieb es hohe Verluste und brauchte laufend neues Kapital. Im Frühjahr 2026 scheiterte eine weitere Finanzierungsrunde. Ende April 2026 folgte der Insolvenzantrag. Verfahrensstand: Das Amtsgericht München hat das Insolvenzverfahren eröffnet und Dr. Michael Jaffé von JAFFÉ Rechtsanwälte Insolvenzverwalter zum Insolvenzverwalter bestellt. Direkt nach seiner Bestellung hat er einen internationalen Verkaufsprozess für die Patente gestartet. Die Technologie ist sehr komplex, hat sich in der industriellen Fertigung noch nicht bewährt und braucht weitere Investitionen. Deshalb galt die Investorensuche als schwierig. Rund einen Monat nach der Eröffnung wurde der Kaufvertrag mit Hitachi geschlossen (Meldung vom 3. August 2026). Hitachi will das Portfolio für den industriellen Einsatz weiterentwickeln. Fragen zum Verfahren beantwortet der Insolvenzverwalter.

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